04.03.2019 – Eine Woche #3

Ein Gedanke | In der letzten Wochen habe ich eine spontane Social Media-Auszeit eingelegt. Eigentlich mag ich Soziale Netzwerke, weil ich dort dank des Engagements von Aktivist_innen, Journalist_innen und Wissenschaftler_innen vieles von dem gelernt habe, das mich zu dem Menschen macht, der ich heute bin. Durch das Bloggen, Twittern und Instagram durfte ich viele meiner Freund_innen kennenlernen – für mich sind online- und offline-Sein nicht zu trennen.

Dennoch macht die Dosis einen Unterschied und ich habe gemerkt, dass mir in den letzten Wochen einfach die Lust vergangen ist, mich online einzubringen. Also habe ich den virtuellen Stecker gezogen, d.h. die Apps deinstalliert, und es zu meiner großen Überraschung bisher nicht vermisst. Wer mich kontaktieren möchte, hat meistens einen anderen Weg (Mail oder Messenger) und ich realisiere mit jedem Tag, wie viel stiller die Welt ohne Social Media sein kann – etwas, was mir gerade gut tut. Nichtsdestotrotz plane ich bald zurückzukehren und nutze die nächsten Tage, um mir Gedanken zu machen, wie ich meine Zeit bei Twitter und Instagram in Zukunft gestalten möchte.

Ein Link | Im Sommer 2018 haben die Ergebnisse des aktuellen IPCC-Berichtes viele Medien und Menschen kräftig durchgerüttelt. Wer sich bisher nur wenig mit Klimawandel und den Folgen beschäftigt hatte oder das Ausmaß als gering eingestuft hatte, erlebte ein böses Erwachen. Spektrum legt diese Woche mit einer Übersetzung eines Artikels aus Nature nochmal nach – und zwar im schlimmsten möglichen Sinne:

„Wenn sich unser Planet um zwei Grad Celsius erwärmt – das ist das erklärte Ziel des Pariser Klima-Abkommens von 2015 –, leiden doppelt so viel Menschen unter Wasserknappheit wie bei 1,5 Grad. Die zusätzliche Erwärmung würde mehr als 1,5 Milliarden Menschen extremen, tödlichen Hitzeperioden aussetzen, hunderte Millionen Menschen ansteckenden Krankheiten wie Malaria und anderen Gefährdungen aussetzen. Doch der jüngste Klima-Sonderbericht des IPCC unterschlägt eine andere alarmierende Tatsache: Die globale Erwärmung beschleunigt sich.“

Xu, Ramanathan & Victor, Die Welt wird viel schneller heiß

Die Forscher_innen unterstreichen anschaulich die Dringlichkeit, mit der wir als Gesellschaft große Veränderungen einleiten müssen. Gleichzeitig zeigt sich die Komplexität der Probleme unseres Planeten, wenn es heißt, dass die Verringerung bestimmter Gase zu SCHNELL verläuft, was zwar einerseits ein enormer Fortschritt ist, andererseits aber negative Effekte für andere Bereiche haben kann.

Eine Frage | Woraus besteht dein Frühstück? (Aus den 1000 Fragen an dich selbst von FLOW, nach dem eBook von Beyhan von My Herzblut)

Mein Frühstück besteht aus viel Flüssigkeit. Ich trinke normalerweise mindestens ein kleines Glas Wasser und ein Glas Saft, manchmal auch einen Smoothie (ohne Banane) oder einen Tee. Am Wochenende gönne ich mir gelegentlich einen Kaffee zum Frühstück, wobei ich versuche, den Konsum aus Umweltgründen einzugrenzen.

Blick von oben auf die Beine und Schuhe von zwei Menschen in Winterkleidung, die an einem Kiesstrand stehen. In der rechten Hälfte ist das heranschwappende Wasser zu sehen.

Ein Foto | Nach sechs Monaten in Flensburg haben M und ich es am Samstag endlich nach Holnis/Glücksburg geschafft, wo uns der kalte Winterwind kräftig um die Ohren geweht ist. Definitiv ein Ort, an dem wir bald wieder vorbeischauen werden.

Ein Buch | Seit einiger Zeit lese ich den Sammelband von Margarete Stowkowski, die seit mehreren Jahren eine wöchentliche Kolumne für den Spiegel schreibt. Unter dem Titel „Die letzten Tage des Patriarchats“ hat sie im Herbst 2018 eine Auswahl dieser Texte im Rowohlt Verlag veröffentlicht. Bei Büchern, die eine Vielzahl unterschiedlicher Themen versammeln, lese ich meistens ein oder zwei Texte am Stück, wähle aber kreuz und quer aus, was gelesen wird. Protipp: Neben dem Titel das Datum markieren, damit man später sehen kann, wann man welchen Beitrag gelesen hat – mir hilft das meistens, mich daran zu erinnern, warum ich bestimmte Passagen unterstrichen oder annotiert habe.


Das war die dritte Ausgabe von „Eine Woche“, meiner Art, die zurückliegende Woche am Sonntag Revue passieren zu lassen. Mit einem Gedanken, einem Link, einer Frage, einem Foto und einem Buch. Inspiriert ist dieser Beitrag wie immer von den abwechslungsreichen Wochenrückblicken von Frau DingDong sowie den ausdauernden Tagbuchbloggerinnen wie der Kaltmamsell, Anke Gröner und Frau Nessy.

Wenn dich ein Thema besonders angesprochen hat, du mir einen Link oder ein Buch vorschlagen magst oder du eine Frage hast, dann schick mir gerne eine Nachricht an gutentag(ät)svenjasgodda.de. Diese Woche interessiert mich besonders, wie du mit Sozialen Netzwerken umgehst. Kennst du den Druck, den ich erlebt habe? Hast du schon einmal bewusst eine Social Media-Pause eingelegt? Oder ist Social Media für dich konstant eine Bereicherung?